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An Ymer Isak ۞

Brotkrümmel :: www » de » Blog » 2005 » am 12. September geboren

Ymir (altnordisch, Zwilling, Zwitter), identisch mit Aurgelmir, ist in der nordischen Mythologie das älteste Lebewesen.

Die Germanische Schöpfungsgeschichte weist einige Parallelen zu den frühen Schöpfungsmythen anderer Kulturen auf (z. B. denen der Inder, der Griechen, oder auch der Ägypter).

In der Prosa-Edda des Snorri Sturluson (v.a. in Gylfaginning), sowie im Codex Regius der Lieder-Edda (v.a. in der Völuspá und dem Vafþrúðnismál) sind die hier beschriebenen Mythen überliefert, wobei es anzunehmen ist, dass es hier bereits zur Vermischung mit christlicher Mystik gekommen ist.

Anfangs gab es nichts (ganz im philosophischen Sinne zu verstehen). Dieses Nichts nannte man Ginnungagap. Man stellte es sich als eine tiefe Schlucht des Nichts und der Windstille vor. Im Süden dieser Schlucht entstand Muspelheim, ein Reich, in dem Feuer und Hitze herrschte. Später kam Niflheim (nördl. von Ginnungagap) hervor, ein Reich voller Nebel, Kälte und Eis. Im Zentrum von Niflheim ist der Brunnen Hvergelmir. Aus dieser Quelle entsprangen 12 Flüsse von denen jeder Elivagar genannt wurde. Sie überfluteten ganz Niflheim und es bildete sich eine Eisschicht über die andere, bis sie sich zur Schlucht Ginnungagap vorschlugen. Erst seit diesem Ereignis gab es in Niflheim Eis und Schnee. Die Feuerfunken von Muspelheim brachten das Eis am Rand zum Schmelzen.

Aus einem Tropfen entstanden der Urriese Ymir und die Urkuh Audhumla, aus deren Euter stets Milch floss. Die Milch diente Ymir zur Nahrung. Eines Tages fiel der Riese in einen tiefen Schlaf und aus dem Schweiß der linken Achselhöhle kamen ein männliches und ein weibliches Riesenwesen hervor. Weiter paarten sich die beiden Füße Ymirs, und es entstand Wafthrudnir, dessen sechsköpfiger Sohn, der Stammvater des Geschlechtes der Hrimthursar (die Reif- und Frostriesen).

Audhumla ernährte sich indem sie das salzige Eis schleckte, doch eines Tages kam ein langes Menschenhaar zum Vorschein. Am nächsten Tag wurde ein Kopf und am dritten Tag ein ganzer Körper aufgedeckt. Dies war Buri, der Urriese und Stammvater der Götter. Er paarte sich mit sich selbst und gebar den Riesen Bör. Bör zeugte mit der Riesin Bestla drei Söhne: Odin, Vili und Ve (die ersten Asen). Bestla ist die Tochter des Hrimthursen Bölthorn, also war sie eine Reifriesin (Ymirs Nachkommen), trotzdem war sie friedliebend (die Hrimthursen galten als böse und kriegerisch).

Alle lebten friedlich und waren glücklich bis die drei Asen den Riesen Ymir erschlugen. Aus seinem Blut entwickelte sich eine Flutwelle in der alle Reifriesen ertranken außer Bergelmir und seine Gattin, die sich in einem Boot retteten (vgl. 1.Mose 5,13 ff, Arche Noah). Aus ihnen ging das neue Reifriesengeschlecht hervor. Die Asen legten Ymirs Leichnam in die Mitte der Schlucht Ginnungagap. Aus folgenden Körperteilen formten sie Midgard, die Welt, das Reich der Menschen und Mitte aller Welten:

  • Blut = Weltmeer
  • Körper = Erde
  • Knochen = Berge
  • Haare = Bäume und Gras
  • Zähne und Knochensplitter = Stein und Felsen
  • Maden des Körpers = Zwerge *
  • Schädel = Himmelsgewölbe
  • Gehirn = Wolken

Zum Schutz gegen den Thursen bauten die Götter einen Wall aus den Augenbrauen von Ymir um Midgard.

Am Himmelsgewölbe waren Hörner an den vier Ecken. Die Asen hoben Ymir abermals hoch und setzten an jedes Horn einen Zwerg, der das Gewölbe halten sollte. Sie hießen: Austri (Ost), Westri (West), Nordri (Nord) und Sudri (Süd). Zuletzt nahmen die Götter Funken aus Muspelheim und setzen sie an den Himmel (Sterne).

Um Tag und Nacht festzulegen, erhielten Dag und seine Mutter Nott (die Jötun-Riesen) jeweils ein mit einem Pferd bespannten Wagen von den Göttern. Mit diesen fahren sie im Abstand von einem Tag um die ganze Welt, die sich die Germanen als flache, runde Scheibe vorstellten.** Der Riese Mvndilföri wagte es, seine Tochter Sol und seinen Sohn Mani mit den Göttern gleichzusetzen, deshalb setzte Odin beide in den Himmel, wo seitdem Sol den Sonnenwagen und Mani den Mondwagen über das Gewölbe lenkt. Die Wagen schufen die Asen aus zwei großen Brocken aus Muspelheim. Mani wird vom Wolf Hati verfolgt. Immer wenn er zu nah am Mondwagen vorbeikommt, entsteht eine Mondfinsternis. Das gleiche gilt für Sol, deren Wolf Sköll genannt wird (statt Mond- eben Sonnenfinsternis).

Die ersten Menschen, Ask und Embla, wurden von Odin, Hönir (anderer Name für Vili) und Lodur (anderer Name für Ve) aus zwei Bäumen, die vom Meer ans Land gespült wurden, geschnitzt. Odin gab ihnen als Luftgott Atem, Leben und Geist; Hönir/Vili gab ihnen als Wassergott klaren Verstand und Gefühl; Lodur/Ve gab ihnen als Feuergott das warme Blut, das blühende Aussehen, die Sprache und das Gehör.

Ab sofort lebten in Midgard die Menschen, in Asgard die Asen, die Riesen (Thursen) und Trolle im westlichen Utgard und die Zwerge lebten in Schwarzalbenheim. Die Elfen wohnen in Lichtelfenheim.

Ein Riese ist ein besonders großes, mächtiges Wesen vieler Mythologien, Sagen und Märchen. Davon abgeleitet ist Riese auch eine umgangssprachliche Bezeichnung für einen außergewöhnlich großen Menschen.

Riesen in der germanischen Mythologie

In der germanischen Mythologie waren Riesen oft unmäßig, übergroß, gewalttätig, bedrohlich und Menschen wie Göttern gegenüber feindlich gesinnt. Sie heißen dann Thursen oder Reifriesen. Als Jötun werden die Riesen im Allgemeinen bezeichnet, ohne Bezug auf ihre Gesinnung. Im Ragnarök, dem Endschicksal der Götter (auch als Götterdämmerung Wagners bekannt), ziehen die Thursen gegen die von Odin geführten Götter und Einherjer in den großen Kampf am Ende der Welt. Die Ragnarök als das Ende der Welt ist allerdings nicht zugleich auch ein Neuanfang. (Für die Annahme eines zyklischen Weltbildes sind die Quellen nicht eindeutig.)

Die Riesen wohnen in Riesenheim (nordisch Jötunheimr, Utgard – was soviel bedeutet wie die Aussenwelt). Die Riesen verkörpern die unbändigen Naturkräfte wie Eis, (Wild-)Feuer, Wasser, Stein, oder auch Erdrutsche (Muren), Orkane oder Springfluten vgl. Midgardschlange. Weil die Riesen seit dem Anbeginn der Welt existieren, werden sie auch besonders weise genannt. Mimir ist ein Weisheitsriese und der Jötun Wafthrudnir kann im Weisheitswettbewerb (Vafþrúðnismál) von Odin nur durch die Frage besiegt werden, deren Antwort Odin allein kennt. Die ersten Götter stammen von den Riesen ab und später finden sich auch zahlreiche Verbindungen von Göttern und Riesen(-frauen).

In der deutschen Mythologie rekrutieren sich die Angaben der Riesengestalten vermehrt aus den Sagen des Mittelalters, wo sie meist schon zu tumben, rohen Gestalten herabgewürdigt sind, die lediglich den Helden zur Gegnerschaft dienen, wie z. B. Ecke, der Berggeist Rübezahl, oder Grendel in der altenglischen Beowulfsage. Ein gewisser mythischer Gehalt liegt aber auch hier verborgen. In Paul Hermanns Deutscher Mythologie finden sich einige Angaben, die Riesen als lokale Ausprägungen von Naturgewalten kennzeichnen.

Tacitus berichtet in seiner Germania von den weit im Norden lebenden Völkern der Hellusier und Oxionen, Mischvölkern aus Menschen und Riesen, eine Annahme, die sich bis ins Mittelalter hielt.

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