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Oktoberseite 2003

Brotkrümmel :: www » de » Blog » 2003 » F

In September und Oktober wohnte ich in Skedsmokorset nordost von Oslo, mit Aussicht auf Gjelleråsen und Nittedal. Tryvann liegt im Südwesten.

* Der Indianer in mir kommt bald wieder zum Schein

Wege

Skedsmokorset ist eine alte Kulturlandschaft mit Großbauernhöfen. Heute ist Korset von vielen Wegen kreuz und quer zerteilt. Große, neue Wohnfelder nehmen beschlag von der früheren Wildnis, während Einkaufszentren und anderen Servicegebäude auf die fruchtbare Erde gestellt wurde. Die Autobahn E6 furcht durch die Gemeinde wie eine sechsspurige Lebensader nach Norden. Ich bin da schon oft durchgefahren, habe mir aber bisher noch nie überlegt, wie gut sich der Schall in der Landschaft verbreitet.

* Die Trafik ist wie ein dauerndes Schnattern

Luftwege ...

Unten in Kjeller werden F-16 Jäger gewartet. Einen Samstag, als ich draußen am Hof stand, stieg so ein Stahlvogel vom Himmel herab. Er kreiste um das Tal und sank langsam herab; Es dauerte ungefähr 20 Minuten bevor er klar zur Landung auf die Ebene beim Fluß Nitelva war. Das Klangbild vibrierte jedes mal, als er von mir flog. Einige Tage später waren es zwei solche Jäger, die über das Tal kreisten, und der Lärm war grausam – viel lauter als bei irgendeinem Konzert.

Aber das weckte Erinnerungen an ein eigenartiges Erlebnis, das ich einmal nördlich von Hamburg hatte: Ich war mit der Kunstrockband Tremulators mit in Osnabrück für einen Mixjob. Im Auto auf dem Weg nach Norden hörten wir uns Kassetten mit frischem Pop auf voller Lautstärke an. Wir waren müde und ganz in der Musik vertieft; Plötzlich war es so als ob das Klangbild zerreissen würde: Ein höllischer Lärm fieng rechts an und verschwand nach Links. Erst als sich das Phänomen mehrer male wiederholte, begriffen wir, dass die Luftwaffe der Bundesrepublik Tiefflüge südlich der dänischen Grenze übte.

Ich wohne in der Einflugschneisse nach Gardermoen von Süden, etwa sieben Hundert ± Meter unter den Flugzeugen. Jedes mal, wenn ein Flieger zur Landung einfliegt, merke ich, dass ich den emotionalen Schock, den 9/11 ausgelöst hatte, noch nicht ganz überwunden habe. Und ich wohnte ja auch in Svalbard wenn 141 Ukrainer und Russen ihren Tot im Operaberg bei Longyearbyen fanden.

Aber es geht jetzt schon in Ordnung zu fliegen. In den letzten Monaten war ich Tromsø, Stavanger und Haugesund. Unser Land ist wunderschön, auch von oben, und bei klarem Wetter kann man es wie eine Karte lesen.

Endlich einmal ist es still hier in Brånåsen, aber die Gemeinde lebt steht zu ihrem Schlagwort: Skedsmo, Treffpunkt im Romereich. Eine eigenartige Kreuzung ...

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Aus: Duden

20-10-03

Fremdwörter aus dem Landwirtschaftlich-Gärtnerischen

Was wäre unsere Esskultur (von lateinisch cultura = Landbau, Pflege von Körper und Geist) ohne das vielfältige Angebot an Obst und Gemüse, auf das wir zurückgreifen können. Einen großen Teil davon haben uns in den ersten Jahrhunderten n. Chr. die Römer mitgebracht – und zugleich die Wörter dafür. Wer dächte da nicht zuerst an den Wein (von lat. vinum), ohne den eine kultivierte Tafel (erst über ital. tavola aus lat. tabula) kaum mehr denkbar ist? Aber zunächst einmal mussten die landwirtschaftlichen Produkte zum Markte (von lat. mercatus/marcatus) getragen werden, was meist per Esels- (von lat. asellus) oder Maultierkarren (von lat. mulus bzw. carrus) in Säcken (saccus) und Körben (corbis) geschah.

Bei Flüssigem wie Wein und öl (oleum) nahm man besser Eimer (amphora). So kamen Gewürze wie Pfeffer (piper), Senf (sinapi), Fenchel (feniculum), Kümmel (cuminum) in die Küche (coquina) und auf den Tisch (discus), Gemüsepflanzen (planta) wie Zwiebel (cepulla), Kohl (caulis), Rettich (radix, worauf auch Radieschen zurückgeht), Kürbis (cucurbita) und Früchte wie Birne (pira), Kirsche (ceresia), Pflaume (prunum), Pfirsich (malum persicum = persischer Apfel).

Die meisten dieser Wörter hatten die Römer selbst wieder aus entfernteren Landstrichen ihres Imperiums mitgebracht oder auch einfach von den Griechen übernommen wie zum Beispiel die erwähnten amphora, discus, piper, sinapi und prunum.

Genitiv von Fremdwörtern auf "-us"

So ein "Casus knacksus" mag ein umgangssprachlicher Scherzausdruck sein. Freilich will auch ein Scherz korrekt dekliniert sein. Außerdem: Durchaus seriös gebildet sind parallele Fügungen wie die grammatischen Fachausdrücke "Casus obliquus" (für abhängige Fälle, wie z. B. den Genitiv, Dativ oder Akkusativ) und "Casus rectus" (für unabhängige Fälle wie den Nominativ). Wie lautet nun aber deren Genitiv? Manch alter Lateiner (und manch junger) wird hier vielleicht den lateinischen Genitiv erwartet haben ("Casus obliqui/recti"), aber im Genitiv Singular bleibt "Casus" bzw. "Kasus" in jedem Fall unverändert: "das Besondere des Casus obliquus/rectus" und natürlich: "das Besondere des Casus knacksus".

Nicht nur "Kasus", sondern auch viele andere Fremdwörter auf "-us" bleiben im Genitiv endungslos. Das gilt z. B. für: "des Status, des Habitus, des Usus, des Exodus, des Genius, des Obolus, des Radius, des Sozius, des Spiritus, des Terminus, des Uterus, des Zirkus, des Rhythmus, des Tonus, des Marxismus" u. v. m. Recht vielfältig allerdings zeigen sich der "Bonus" und der "Globus": Als Genitiv kann man hier "des Bonus" bzw. "des Globus" verwenden, aber auch "des Bonusses" und "des Globusses". Unser guter alter "Omnibus" bzw. "Bus" belässt es dagegen bei einer Genitivform, allerdings einer mit Endung: "des Omnibusses" bzw. "des Busses".

Duden ...

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