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Vom Herbst bis zum Jahreswechsel

Brotkrümmel :: www » de » Blog » 2002 » 2002 - 2003

Malerkunst und Kulturerbe

Wie bereits in der vorhergehenden Aktuelles-Seite gesagt, hatte die Kunsthalle Bomuldsfabriken im Herbst 2002 eine Ausstellung mit japanischer Fotographie. Inspiriert von dem starken Erlebnis machte ich mich auf eine kurze und hektische Kulturrunde in Südostnorwegen – und hatte ein tolles Erlebnis nach dem anderen.

Der erster Stop war einer der Höhepunkte des Herbstes in Kunst, ein Besuch im Kistefosmuseum in Jevnaker. Die Hauptausstellung des Jahres 2002 war "Töne der Weidenflöte. Fleskum-Maler" mit neuromantischen Gemälden. Bilder von Harriet Backer, Kitty L. Kielland, Gerhard Munthe und Erik Werenskiold haben Naturschilderungen, die mir sehr nahe gehen. Eilif Peterssen war mit einer Reihe Varianten ein und des selben Motivs thematisiert, und eine der Ikonen der norwegischen Malerkunst, Christian Skredsvigs "Weidenflöte" von 1889 konnte "live" gesehen werden.

Im 2001 hatten Kistefos eine Ausstellung mit Bildern von I.C. Dahl, dem König der norwegischen romantischen Malerkunst, und Norwegens erstem Maler. Sie zeigten unter anderem ein Bild, das seit Jahrzehnten nicht mehr in Norwegen gewesen war. Sowohl die Kunst, die sie präsentieren, die tollen Gebäude, die Umgebung am Wasserfall, die Waffeln wie auch die Stimmung dort kann ich nur empfehlen.

Der nächste Tag begann mit einem Wiedersehen mit der Stabkirche von Eidsborg aus dem 13. Jahrhundert, mit anschließendem Frühstück im großartigen Hotel Dalen. Beide finden Sie in Tokke Gemeinde im West-Telemark. Eigentlich war ich am Weg zum alten Rygnestad-Hof um die Gebäude aus dem Mittelalter mit eigenen Augen zu sehen. Aber unterwegs kam ich an das schönste Vorratshaus, das ich je gesehen habe. Es steht am denkmalgeschützten Grimdalhof, an der Bundesstraße 45 von Dalen nach Setesdal. Das Vorratshaus (oder Speicher) war gut bewahrt und reichlich dekoriert – wirklich ein Schatz im norwegischen Kulturerbe! Der Hof behaust ansonsten Scheunen, Dachboden, Feuerhaus, einen Erdkeller und ein Wohnhaus. Rygnestad imponierte auch mit seinen großen Gebäuden, aber wurde durch die Überraschung unterwegs etwas in den Schatten gestellt.

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* Im Bild finden Sie ein Link zu einer Seite über Ruth Spaak

Drei Woche später war ich auf einem Kaffee in Laura's Coffee Bar in Kristiansand. (Ich wage zu behaupten, dass sie dort den besten Kaffee in Agder machen.) Wie üblich machte ich eine Runde durch die Stadt, um zu sehen was es an Ausstellungen gab, und dieses mal hatte ich Glück: In der Kristiansander Kunstvereinigung hatte Mette Tronvold eine Serie neuer Ganzkörperfotographien von Menschen ausgestellt. Vor einigen Jahren sah ich eine frühere Variante in der Kunstvereinigung Trondheim, also das Thema war mir nicht neu, aber großformatige Fotographie mit Detailgenauigkeit ist schon faszinierend.

Im Frühjahr arrangierte Sørlandets Kunstmuseum BIENNALE SÜD mit der Ausstellung "Crossing Borders". Ruth Spaak hatte einige tolle Figuren/Installationen: Kleider aus Kabelbindern, Plastikhaltern für Sixpacks, den Verschlüssen von Getränkedosen, Gummidichtungen und ähnlichem hergestellt. Ich war etwas enttäuscht zu sehen, dass die Avantgarde der Achtziger jetzt institutionalisiert ist, aber es war noch immer ästhetisch ...

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Bühnenkunst

Als Teil meiner Arbeit bereite ich Grimstad Kulturhaus für gastierende Akteure und Mieter vor – und bringe wieder alles in seinen ursprünglichen Zustand zurück, nachdem sie wieder abgereist sind. Für gewöhnlich habe ich meistens mit den Technikern zu tun. Ich empfange sie am Vormittag und bleibe über den Nachmittag bei ihnen, damit sie ihre Arbeit in unseren Lokalitäten unter den speziellen Verhältnissen des Hauses erledigen können.

 

Zwischendurch sehe ich auch einen Teil der Vorstellungen. Im November hatte ich ein angenehmes Wiedersehen mit Eugéne Ionesco. Bentein Baardson inszenierte das Stück "Die glatzköpfige Sängerin" für Das Norwegische Taubstummentheater. Ich habe seit 10 Jahren kein rein absurdes Theater mehr gesehen, und das Wiedersehen mit Ionescos Übertreibungen und seinem Spiel mit Mißverständnissen war sehr zufriedenstellend. Dass Baardson mit so etwas arbeitet, sagt vielleicht etwas darüber aus, wie sich das früher Radikale nach und nach gut in das Etablierte einfügt.

Das Taubstummentheater war sicher die letzten Jahre ein Projekt unter dem Reichstheater, aber es soll fortan auf eigenen Beinen stehen. Sie stellen mit einem weit geringerem Aufgebot als das Reichstheater es für gewöhnlich tut. Leider bleiben die Besucherzahlen auch niedriger, wenn der Kulturausdruck schmäler wird.

Normalerweise habe ich nach einem langen Tag voller Vorbereitungen nicht die Ruhe, Bühnenkunst zu genießen. Aber wenn ich nach meiner Arbeitszeit noch am Arbeitsplatz herumhänge, bekomme ich einen Schimmer der Kunst unter den Proben und den Vorstellungen am Abend mit. Mehrere mittelgroße Produktionen waren auch in Grimstad im Jahre 2002, zum Beispiel

  • Rompeguro og julereia – Eine Weihnachtsvorstellung für die ganze Familie, von Anne G. Fjeld, Trond Brænne und Guttorm Guttormsen
  • Balladen um Cornelis Vreeswijk, von Benny Borg gesungen und erzählt
  • Oslo TanzEnsemble, Choreographie von Wayne McKnight, Jo Strømgren, David Dalmo und Wes Veldink, Reichstheater
  • Winnie the Pooh und sein Theater, Winnie the Pooh Theater
  • Undset, von Otto Homlung und Tine Thomassen, mit Ellen Horn zurück in Riesenform, Reichstheater/Nationaltheater
  • Verbrechen und Strafe, von Fjodor Mikhailovitsh Dostojevskij, dramatisiert von Bentein Baardson und Bodil Kvamme, Reichstheater/Nationaltheatret
  • Dr. Dyregod und der magische Affe, von Klaus Hagerup, Regie Aksel-Otto Bull, mit u.a. Jon Skolmen, Reichstheater
  • Black is Back, Great Garlic Girlish, Unoffizielle Eröffnung des Genussfestivals in Regie von 'Rivalen'
  • Halvdan Sivertsen, Konzert, Viggo Lund Management
  • Annie Get Your Gun, Reichstheater
  • Nachmittag, von Jon Fosse, Reichstheater
  • Verdammt – auch die Sonne hat Flecken, Stand-up mit dem Reichstheater
  • Albert Åberg, von Gunilla Bergström, Regie Stein Kiran, Reichstheater
  • Vildanden, Ibsen, Agder Theater
  • Total auf 100! Wochenprojekt des Dahlske Gymnasium
  • Sennerinnen an der Grenze, Revue des norwegischen Bauernverbandes, Agderbüro

Die Techniker und die Schauspieler des Reichstheaters sind sowohl mit den Räumlichkeiten als auch dem Service und nicht zuletzt mit dem Publikum in Grimstad zufrieden. Wir bekommen von ihnen gute Rückmeldungen, und gleichzeitig konstruktive Kritik erfahrener Theaterleuten. Die Kritik kann Verbesserungen mitführen, wenn die Politiker es wollen.

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